Prioritäten: Was wichtig ist

 

Beschleunigungsgesellschaft. Web 2.0 – schon veraltet. Termine, Termine. Noch mehr. Die Woche ist voll, Abende sind doppelt verplant. Hoffentlich sagt jemand ab, dann kann ich all’ das erledigen, was seit Wochen liegen geblieben ist.

In dem Tunnel aus tickenden Uhren finde ich kein oben und unten. Was ist wichtig, was ist nichtig? Wo setze ich Grenzen, wo fange ich an? Bedeutet Glück auch Erfolg? Wie setze ich Prioritäten – nach Aufgabe oder Person?

Stillstand. Halte für einen Moment die Zeiger an.

Leg das Handy weg, den Laptop auch. Mach die Geräte aus – nicht erreichbar, nur für einen einzigen Moment.
Innehalten. Kraft tanken. Visualisieren: Das ist wichtig.

Was ist wichtig, was ist nichtig? Eine Frage, die mich bewegt. Immer. Jeden Tag muss ich mich aufs Neue daran erinnern: an das Wichtigste. Zu oft vergesse ich, dass all das, was mir in diesem Moment wichtig erscheint nicht das ist, was am Ende zählt.

Die bevorstehende Thesis schleicht hinten in meinem Kopf seit Wochen schon herum, Geschenke müssen noch eingepackt werden und weitere hundert Punkte tummeln sich untereinander auf der To Do – Liste. Die letzten Punkte? Die kann ich schon kaum mehr lesen – keine Zeit mehr gehabt, sie überhaupt auszuschreiben.

Jetzt aber wirklich: Stillstand. Halte für einen Moment die Zeiger an.

All die Zweifel, ich leg sie beiseite. All die wirren Gedanken, all die To Dos und die Pflichten. Nicht alles auf einmal, eins nach dem anderen.

Zuerst das Wichtigste. Wenn du nicht weißt, was das ist, dann stell dir die Frage bis du es nicht mehr vergisst:
Was zählt am Ende wirklich?
Zählt das eine Kilo weniger auf der Waage? Tauscht du es ohne mit der Wimper zu zucken gegen die Zeit, die du damit verbracht hast, dich selbst vor dem Spiegel zu hassen? Wird die Woche vor der Abgabe zählen, in der du dich so verrückt gemacht hast, dass du nicht mehr schlafen konntest? Ziehst du sie tatsächlich einer ganzen Woche vor, in der du hättest glücklich sein können?

Was wichtig ist ist, dass du weißt, was wichtig für dich ist. Was wichtig ist, ist das, was dein Herz erfüllt. Was wichtig ist, ist das, was noch da ist, wenn alles andere weicht.

Und jetzt wünsche ich jedem von euch ein wunderschönes Weihnachtsfest. Auf dass jedes Fest, jeder Raum, jedes Herz von all diesen wichtigen  Dingen, Gefühlen und Menschen erfüllt wird. 

 

Fotos: Andy Ebner

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