Tag: Post

Zwischen verwirrten Köpfen und verlorenen Herzen

“In welche Richtung geht es zum Österreichischen Platz?”, frage ich und sie zeigen nach links. Nochmal fest umarmen, verabschieden. Dann lege ich einen Sprint ein und springe einige Minuten später in die U1. Gerade so geschafft.

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Good things happen

Mitternacht. Ich höre die Geräusche der Heizung und langsam höre ich auf zu frieren. Eigentlich sollte ich schlafen, aber irgendetwas hält mich davon ab. Mit meinen Fingerkuppen streiche ich über seine Handinnenflächen und spüre die kleinsten Falten auf seiner Haut.
Kurz innehalten – das hier einatmen, festhalten. Diesen Moment lieben. Nur einige Augenblicke später schlafe ich ein.

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Schuld ist ein Riesenrad

“Er ruft nicht mehr an.” Er wird einfach nicht mehr anrufen. Und ich kann es nicht begreifen.
Ich habe doch alles gegeben.

Ich sitze da. Die “Stiftung Warentest” Zeitschrift liegt vor mir auf dem kleinen Tisch.
So vertraut.
Nichts hat sich verändert in diesen einundzwanzig Jahren die ich bereits hier ein und aus gehe.
An den Wänden des Wartezimmers hängen dieselben Kritzeleien und ein Kind haut die Schublade zu, in der die vielen Lego-Bausteine ohne irgendeine Ordnung liegen, die auch ich vor einigen Jahren zu einem riesigen Turm zusammengebaut habe.

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Vielleicht werde ich 100

“Ich weiß nicht, ob ich alt werde. Kann mir das einfach nicht vorstellen. 50 vielleicht, oder 60. Aber irgendwie ist alles was danach kommt so fern und erscheint so unerreichbar.”
Mama fasst sich aus Entsetzen an die Stirn und fragt mich, warum ich so denke. Ich muss nicht lange überlegen, um eine Antwort zu finden, die tatsächlich mit meinem Empfinden übereinstimmt:
“Ich glaube – ich bin zu schwach.”

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Grau, grau, grau: Raus aus dem Wintertief!

Es ist wieder Februar und wenn ich morgens mit der Ubahn fahre, sehe ich kaum ein Lächeln. Nur müde, graue Gesichter, die angenervt in ihre dicken Strickpullis gähnen.
„Wenn ich abends nachhause komme, will ich nur in mein Bett, ich bin so motivationslos“, höre ich meine Freundin in die Sprachnachricht nuscheln und auch ich fühle mich irgendwie müde. Ein bisschen antriebslos.
Ich sehe aus dem Fenster: Wir stecken tief im Wintertief.

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Verschwenderisch schön

Und da liegen wir. Beide blond, beide hübsch, beide beliebt.

Das Licht der Screens leuchtet.
Ihr Körper ist perfekt. So perfekt.
Und ihrer auch.
Und ihrer auch.

Unsere Figuren, die sich unter der Bettdecke abzeichnen, erscheinen lächerlich.
Nichtig. Nicht für ein Foto geeignet. Noch nicht.

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Wir sind also Menschen

Im Café sehe ich mir die alten Schwarzweiss Fotos an den Wänden an. Alte Möbel, wie damals in den Siebzigern. Neben uns sitzt eine Gruppe Frauen, jede von ihnen mit einer Kamera um den Hals. Gegenüber drei Freunde, alle trinken frischen, unter den großen Lampenschirmen dampfenden Tee. Ich denke nach.

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